Orkantief Kyrill – Haltet euch fest

18. Januar 2007 15:19 von tXptr

Es wird sicherlich heute noch ganz böse werden. Die Medien bauschen das vielleicht schon ein bisschen zu stark auf, aber es ist schon recht windig. Ich werde gleich auf jeden Fall meinen Balkon leer räumen. Sicher ist sicher und ich will ja nicht, dass z.B. mein Grill morgen früh bei irgendwem anders auf dem Balkon steht :)

Ich bin auf jeden Fall gespannt was da noch so passiert.

Unwetterwarnungen für Münster (Quelle: DWD.de)

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Das Ende einer 6-monatigen Gemeinschaft

23. Dezember 2006 18:59 von tXptr

Wie soll ich bloß anfangen? Ein ereignisreicher Tag! Innerhalb von 24 Stunden hatte ich 2-mal Besuch von der Polizei und warum? Wegen meinem ehemaligen Mitbewohner Kurt (Name aus Respekt vor der Persönlichkeit geändert). Alles fing ganz harmlos an. Am 01.06.2006 zog Kurt in meine Wohnung als mein neuer Mitbewohner ein um eine sog. Wohngemeinschaft (kurz: WG) zu gründen. Unter dem Vorwand ein geselliger ruhiger Typ zu sein, der gleiche Interessen hat wie ich und z.B. auch die gleiche Musik hört war ich begeistert, einen neuen Mitbewohner gefunden zu haben. Kurt schien wirklich nett und unkompliziert zu sein. Schon als es um die vertraglichen Geschichten wie den Untermietvertrag ging, entgegnete Kurt nur chillig “Machen wir demnächst mal, stresst jetzt nicht so…”. Schon bald kochten wir dann auch das erste Mal zusammen (es gab Pizza und es war auch das letzte Mal, dass wir etwas zusammen gekocht haben). Dann kam die Fußball Weltmeisterschaft in Deutschland. Kurt – ein begeisterter Fußballer – guckte jedes Spiel (wie viele andere Menschen auch) und da fing es auch schon an. Ich will vorher kurz klären, dass ich mit Kurt in einer Wohngemeinschaft gewohnt habe mit einem Gemeinschaftsraum (Wohnzimmer) inklusive angrenzendem Balkon. Um einen Gemeinschaftsraum gerecht zu benutzen, müssen absprachen getroffen werden. Wer nutzt das Zimmer wann mit wem. Im normalen Alltag ist das ja auch kein Problem. Aber sobald man mehrere Leute in diesen Raum einlädt sollte man vorher seinem Mitbewohner Bescheid geben (so wurde es von mir zu einem späteren Zeitpunkt dann auch nochmal extra angesagt, da Kurt anscheinend nicht viel mit dem Wort Gemeinschaft anfangen konnte). Naja, Kurt lud ständig Leute ein um in dem besagten Gemeinschaftsraum zu feiern etc. Weiterhin mutierte der Raum zu seinem zweiten Wohn- und Schlafraum so dass ich häufiger ins Zimmer kam und auf einen auf dem Sofa meiner Freundin schlafenden Kurt zu treffen. Da kann man nichts gegen sagen, dass will ich mal eben klarstellen – ABER leider litt der weiße Sofabezug dermaßen unter Kurts Mittagsschläfchen, dass ich gezwungen war eine Reinigung aufzusuchen, die den Bezug wieder von grau-braun in schneeweiß verwandeln sollte.
Es ging also immer so weiter und irgendwann habe ich dann Kurt darauf angesprochen, ob er seine Aktivitäten in dem Gemeinschaftsraum nicht etwas eindämmen könnte und da fühlte sich Kurt ziemlich ans Bein gepinkelt. Denn er wollte das überhaupt nicht einsehen und somit blieb mir nur noch übrig “zu drohen” das ohnehin nicht schriftlich festgehaltene Mietverhältnis abzubrechen. Damit war Kurt dann auch einverstanden (muss irgendwann Ende August gewesen sein). Somit hatte ich also eine mündliche Kündigung für ein mündliches Mietverhältnis und ich stellte mich darauf ein (endlich) in drei Monaten einen neuen Mitbewohner zu haben. Doch es kam alles anders (leider muss ich sagen, denn das Ende dieser Geschichte ist echt unschön – besonders für Kurt). Kurt fuhr in den Urlaub (fast den ganzen September) und er verschwieg es vor mir – was hat dass denn auch den eigenen Mitbewohner zu interessieren wie lange man weg ist. Anscheinend nichts, denn irgendwann war Kurt dann wieder da und er hauste weiterhin in seinem Zimmer. Mittlerweile immer mehr zurückgezogen – keine Ahnung warum. Naja in der Zwischenzeit hatte Kurt auch herausgefunden das die unter uns wohnende Frau B. sehr empfindlich auf Lautstärke reagiert und reizte es soweit aus, das insgesamt während seiner Mietzeit von 6 Monaten fünf mal die Polizei wegen Ruhestörung hier aufkreuzen musste (sehr unschön). Aber das war Kurt egal, stattdessen beleidigte er lieber in lautstarkem Tonfall Frau B. von unserem Balkon aus, sodass sie es auch direkt mitkriegen konnte, da sie sich in dem Moment selbst auf ihrem Balkon befand. Ich weiß nicht ob ich noch etwas vergessen habe, aber egal – es soll reichen um einen ersten Eindruck zu bekommen.
Gestern eskalierte die Situation jedoch völlig. Seit dem 07.12.2006 hatte Kurt nun eine schriftliche Kündigung für ein mündlich geschlossenes Mietverhältnis (reine Formsache von meiner Seite her, weil ich endlich etwas Schriftliches in der Hand halten wollte was mir seinen baldigen Auszug bestätigen konnte). Kurt hatte am 17.12.2006 auch einen Mietvertrag unterschrieben (schau an!) für sein neues Appartement in der Bremerstr. Das hatte ich zufällig von seiner neuen Vermieterin erfahren die hier mal angerufen hatte als er nicht da war um ihn zu sprechen. Somit war es also absehbar, dass Kurt bald weg war (juhu). Und da gestern Abend Zeit war sich von der Wohnung zu verabschieden hatte Kurt kurzfristig ein Meeting in meinem Wohnzimmer organisiert – mal wieder ohne mir vorher eben Bescheid zu geben. Grundsätzlich kein Problem für mich – ABER ich hatte gerade an dem Abend vor mit meiner Freundin einen netten Fernsehabend mit einem netten Fernsehabend zu haben und plötzlich platze Kurt mit einem Freund um 20:12 ins Wohnzimmer und meinte ganz plump: “Wir sind jetzt hier!” und fing direkt an Stühle für seine Gäste aufzustellen. Daraufhin entgegnete ich nur, dass ich erstmal in Ruhe essen wollen würde und dass er sich bis dahin sicherlich noch Gedulden könne. Damit war er sogar einverstanden (für 10min) denn kurze Zeit später traf der nächste, und nächste und nächste Gast ein. Und dann saßen diese alle in meinem Wohnzimmer und gafften mir und meiner Freundin beim Essen zu (man kann sich quasi nichts Schöneres vorstellen). Zudem hatten meine Freundin und ich ja sowieso vor Monster AG auf Pro7 zu gucken und wollten uns deshalb eh nicht aus dem Wohnzimmer vertreiben lassen. Deswegen sind wir auch auf dem Sofa sitzen geblieben und haben noch den Film zu Ende gesehen. Letztendlich haben wir dann aber doch das Weite gesucht, da wir uns schon ziemlich bedrängt und unwohl fühlten. In meinem Zimmer war es dann unmöglich zu schlafen (wir wollten am Samstag früh in die Stadt um noch ein paar Besorgungen zu machen) und deswegen telefonierte ich dann vorsichtshalber mit meiner Nachbarin Frau B. um sie über das spontane Meeting von Kurt in Kenntnis zu setzen. Sie sagte mir, dass es ihr schon zu laut gewesen sei, dafür dass es bereits nach 22:30 war. Sie sagte weiterhin, dass sich das noch bis 23:00 angucken würde und dann mal hochkommen würde wenn es immer noch zu laut wäre (die Möglichkeit eines Anrufs bei der Polizei hatte sie auch angesprochen). Naja, ich ging nach dem Telefonat nochmal ins Wohnzimmer und appellierte an die Gäste doch Rücksicht zu nehmen da sich die Nachbarin auch gestört fühlen würde. Gegen 23:00 klingelte es dann auch an der Tür. Frau B. beschwerte sich über die zu laute Musik, Stühle rücken und die allgemeine Lautstärke was ich dann auch dazu nutzen wollte um dem Ganzen ein Ende zu setzen. Ich bat also die Gäste von Kurt die Wohnung zu verlassen, was nicht an ihnen läge sondern an Kurts nicht-konformem Verhalten innerhalb der Wohn-/Hausgemeinschaft. Doch Kurt stoppte nach einer kurzen Auseinandersetzung an der Tür mit Frau B. den Eifer von ein paar verständnisvollen Gästen die Wohnung zu verlassen mit der Begründung, er wolle nicht weiter mit mir diskutieren und ihn würde das alles nicht interessieren. Darüber war ich nicht gerade sehr erfreut und verließ das Wohnzimmer mit der Bitte, doch Rücksicht zu nehmen und einfach die Sachen zu packen und zu gehen.
Da ich immer an das Gute im Menschen appelliere wartete ich dann nochmal geschlagene 45min schlaflos in meinem Zimmer während meine Freundin versuchte zu schlafen (was aber nicht so recht klappen wollte bei der Lautstärke in der Wohnung). Um 23:45 wollte ich dann nochmal versuchen das Meeting zu beenden. Während ich so im Wohnzimmer stehe und versuche mit Kurt zu diskutieren, was mal wieder nicht funktionierte (denn wir wissen ja mittlerweile: Kurt will nicht mit mir diskutieren) klingelte es an der Tür und wer stand da?? Natürlich die Polizei! Bestellt von Frau B. Das passte mir natürlich besonders gut und nach einer kurzen Erklärung der Situation waren die Beamten dann auch der Überzeugung, dass Kurt und seine Gäste die Wohnung verlassen sollten. Desweiteren informierte sie Kurt dann noch, dass er als Untermieter ohne Mietvertrag keine rechtlichen Ansprüche in der Wohnung machen kann (was er als Student der Rechtswissenschaften auch eigentlich wissen sollte) und das er bei einem weiteren Anruf von Frau B. mit einer Anzeige und einem Bußgeld über 150,00€ zu rechnen hätte. Dann dauerte es noch ca. 15min bis sich das Meeting hier auflöste und wir endlich schlafen konnten (ich konnte natürlich noch den ganzen Dreck im Wohnzimmer wegmachen…). Um 1:30 kam Kurt dann nochmal in die Wohnung und machte nochmal richtig krach mit irgendwelchen Flaschen *grr*. Am Morgen des 23.12. standen meine Freundin und ich dann gegen 9:30 auf und ich ließ es mir nicht nehmen rücksichtslos die Wohnung zu staubsaugen (Kurt schlief mit zwei anderen Kerlen in seinem Bett). Kurz darauf verließen die beiden Gäste dann auch die Wohnung. Gegen 10:30 telefonierte ich dann nochmal mit der Polizei um zu erfahren, wie denn die rechtliche Lage aussähe, wenn ich Kurt aus der Wohnung raushaben wollen würde. Da Kurt keinen Mietvertrag hatte konnte ich ihn wohl jederzeit vor die Tür setzen und davon wollte ich dann aufgrund des vergangenen Abends Gebrauch machen. Kurz bevor wir dann in die Stadt gehen wollten besuchte ich Kurt in seinem Zimmer und bat ihn seine Sachen zu packen, damit er mir nicht noch weiter auf die Nerven geht. Davon wollte er natürlich auch wieder nichts wissen. Auch kein Wort der Entschuldigung oder Erklärung kam von seiner Seite her. Somit verließ ich erstmal die Wohnung in Richtung Stadt um erstmal etwas Abstand von der Sache zu bekommen. Während dessen rief Kurt bei meinem Vater auf dem Handy an um ihm sein Leid zu klagen. Bei der Schilderung der Situation am Vorabend ließ er dann aber wichtige Details aus und spielte die Situation sehr runter. Als ich dann wieder zurück kam (etwa 14:00) rief ich nochmals bei der Polizei an um zu fragen, was es für Möglichkeiten gibt um Kurt aus der Wohnung zu bekommen. Das hatte der Beamte am anderen Ende der Leitung am Friesenring wohl etwas falsch verstanden, denn er sagte mir kurzer Hand das er in 45min zwei Beamte vorbeischicken würde die dann Kurts Fortschritte im Sachen packen unter die Lupe nehmen würden. Darüber informierte ich Kurt natürlich fairer Weise was in sehr nervös machte. Er schritt sofort zum Telefon um ein weiteres Mal bei meinem Vater anzurufen. Der hatte aber mittlerweile den genauen Ablauf des Abends von mir erfahren (worüber er dann auch sehr erbost war) und somit ließ er Kurt ziemlich auflaufen. Um 14:45 besuchten uns dann die zwei Beamten von der Polizei und machten kurzen Prozess. Kurt durfte seine Sachen packen und mir die Wohnungsschlüssel aushändigen. Auf die Frage an die Polizistin, ob sie ihm raten würde sich einen Anwalt zu nehmen musste sie schon fast lachen und entgegnete ihm nur, dass es keinen Anwalt gibt, der ein Verfahren unter solchen Umständen anstrengen würde (es ging ihm um die 3 Tage Miete (ca. 21,00€) die er nun verlieren würde, weil er ja nicht mehr in die Wohnung konnte). Bewaffnet mit Notebook und einer Tasche mit ein paar Sachen verließ er dann zusammen mit der Polizei die Wohnung. Sehr schade, dass das so kurz vor Weihnachten so ein übles Ende nehmen musste. Aber ich konnte eben auch nicht ewig auf seine Art und Weise Rücksicht nehmen.
Am 28.12. holt Kurt dann noch seine Möbel ab und ist dann „endlich“ weg.

Fazit:
- Man sollte immer einen Mietvertrag schließen wenn man irgendwo einzieht
- Man sollte mit seinen Mitbewohnern kommunizieren und außergewöhnliche Veranstaltungen IMMER ankündigen
- Man sollte auf seine Mitmenschen Rücksicht nehmen!!

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